Dipl.-Biol. Stefan Kattari

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Forschungsgebiet:

Phylogenie, Biogeographie und raum-zeitliche Differenzierung von Teucrium s.l.

Weitere Interessensgebiete:

  • Biogeographie und Kultur von Salix (Salicaceae)
  • Systematik europäischer Erdorchideen

Publikationen und Vorträge

Phylogenie und Biogeographie der Gattung Teucrium (Lamiaceae)

 

 

© S. Kattari

 

 

Teucrium brevifolium (Kreta)

Teucrium ist eine mittelgroße, weltweit in vornehmlich extratropischen Gebieten verbreitete Gattung der Lamiaceae (Lippenblütler). Angaben zur Artzahl schwanken zwischen 250 und 350, je nach Weite des Artkonzepts. Die Gattung behält ihren Platz in der Unterfamilie Ajugoideae auch in deren Neuumschreibung unter Einschluss zahlreicher vormaliger Verbenaceen-Gattungen.

Charakterisiert wird die Gattung in erster Linie durch ihre Blütenform. Der Kelch ist fünfzipfelig, zehnnervig, dabei radiärsymmetrisch bis zygomorph. Die Krone ist zygomorph, besitzt eine kurze Kronröhre, eine tief gespaltene Ober- und eine ausgeprägte Unterlippe. Die zwei Loben der Oberlippe gliedern sich der herabgebogenen Unterlippe an, die dadurch fünflappig erscheint. Die langen Staubgefäße ragen in der Regel senkrecht aus der Kronröhre heraus, ebenso der Griffel. Der Fruchtknoten ist tief geteilt.

Teucrium zeigt in Anpassung an unterschiedliche Habitate ein breites Wuchsformenspektrum. Zahlreich vertreten sind Sträucher und Zwergsträucher. Halbsträucher mit verholzendem Wurzelhals finden sich ebenso wie Sprossgeophyten und Annuelle. Wiewohl weltweit verbreitet, hat die Gattung ein Diversitätszentrum im Mittelmeergebiet. Dort wachsen nicht nur die überaus meisten Arten, auch der größte Teil der beschriebenen Sektionen kommt rund um das Mittelmeer vor.

Die Umschreibung der Gattung hat sich seit Linné kaum geändert, die infragenerische Gliederung dagegen z.T. erheblich. Wichtige Bearbeitungen der Gattungen stammen von Bentham (1836), Boissier (1879), Briquet (1897) und Kästner (1989). Die infragenerische Gliederung wurde bislang noch nie mit molekular-systematischen Methoden überprüft; diese Überprüfung wird von uns erstmals an einem weltweiten Artenquerschnitt vollzogen.

Publikationen und Vorträge

  • Phylogeny and biogeography of Teucrium and allies (Vortrag auf der Systematics 2008, Göttingen).
     
  • Zur Flora der Gurgler Täler (Ötztaler Alpen). Vortrag vor der Bayerischen Botanischen Gesellschaft,
    München, Februar 2008.
     
  • Orchideen zwischen Chiemsee uns Kaisergebirge. Vorträge: DOG Hessen-Nassau, Niedernhausen, Januar 2008.
    Orchideengesellschaft Kurpfalz, Mannheim, November 2007. Arbeitskreis Heimische Orchideen (AHO) Hessen, Ortenberg, Januar 2006. DOG München, Planegg, Mai 2005.
     
  • Orchideen zwischen Chiemsee und Kaisergebirge; Lebensweise, Lebensräume, Gefährdung und Arten.
    Die Orchidee 55(6): 662-791 (2004)
     
  • Orchideen zwischen Chiemsee und Kaisergebirge (Bildteil 3). Die Orchidee 54(5), 590-595 (2003)
     
  • Orchideen zwischen Chiemsee und Kaisergebirge (Bildteil 2). Die Orchidee 54(4), 462-466 (2003)
     
  • Orchideen zwischen Chiemsee und Kaisergebirge (Bildteil 1). Die Orchidee 54(2), 183-188 (2003)