AG Prof. Dr. Günther Heubl

Systematische Botanik (LMU)
Menzinger Str. 67
D-80638 München
Germany

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Arbeitsgebiet:

Systematik der Angiospermen - Molekulare Pflanzensystematik


Forschungsschwerpunkte:

Phylogenie und Systematik carnivorer Pflanzenfamilien (non-core Caryophyllales)

Verwandtschaftskreise der Lamiales

Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Heubl (v.l.n.r.):
T. Abele, A. Scheunert, S. Kattari, F. Turini, T. Ernst, G. Heubl, A. Fleischmann, C. Bräuchler
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Zentrale Aufgabenstellungen der modernen Biologischen Systematik bzw. der Biodiversitätsforschung sind die Entdeckung, Erforschung und Bestands-aufnahme sowohl der heutigen als auch der erdgeschichtlichen Artenvielfalt unseres Planeten. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da bisher nur ein kleiner Teil der derzeit 1,8 Millionen lebenden Arten bekannt ist (ca. 12% der tatsächlichen Artenvielfalt) und zudem ein rasanter Artenverlust zu verzeichnen ist, der sich durch Klimaveränderungen noch beschleunigen wird.
Gerade die Systematik als eine der ältesten Disziplinen der Biologie liefert die Basisdaten für andere Bereiche der Biologie aber auch für entferntere Fachgebiete (Pharmazie, Agrar- und Forstwissenschaften, Medizin, Geologie, Klimatologie, Biotechnologie).
Hauptziel neben der Erforschung der Biodiversität ist in neuerer Zeit auch die Systematisierung von Informationen über Organismen in Datenbanken hinsichtlich Namen, Verbreitung, Ökologie, Verwandtschaft, Gensequenzen, morphologischer, anatomischer und physiologischer Eigenschaften. Ein besonderes Augenmerk liegt derzeit auf der Entwicklung effizienter Methoden (DNA-Barcoding, Chip-Technologie) zur raschen Bestimmung von Arten sowie der Aufklärung ihrer verwandtschaftlichen Beziehungen. So werden heute in zunehmendem Maße Techniken und Methoden der Molekularbiologie (Sequenz- und Fingerprint-Analysen) eingesetzt um mit Hilfe der damit erhobenen Daten die Entwicklungsgeschichte von Organismengruppen zu rekonstruieren oder Artbildungsprozesse aufzuklären. Die phylogenetische Analyse ist eines der aktivsten Gebiete innerhalb der Organismischen Biologie. Traditionell werden phylogenetische Beziehungen anhand individueller Genregionen rekonstruiert und mit Hilfe von errechneten Stammbäumen dargestellt. Diese dienen dann als Grundlage für weitere Analysen bezüglich der Evolution von Merkmalen, der biogeographischen  Differenzierung oder der Errechnung des ungefähren Alters von Organismengruppen.
Die skizzierten Forschungsfelder sind auch Schwerpunkt unserer Arbeitsgruppe.  Dabei gilt das Interesse neben Gruppen der Lamiaceae vor allem carnivoren Taxa (Nepenthaceae, Droseraceae, Sarraceniaceae, Lentibulariaceae).

© A. Fleischmann