Forschung

Die Erforschung der Lebensvielfalt (Biodiversität) ist ein hochaktuelles Arbeitsgebiet der Pflanzenwissenschaften. Sie befasst sich mit der Vielfalt der Lebewesen, der Mannigfaltigkeit biologischer Strukturen von der Molekülebene bis hin zu Organismen und Ökosystemen.

In unserer Abteilung arbeiten wir schwerpunktmäßig an Fragen der Aufklärung von Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Taxa der Blütenpflanzen, wobei der Fokus auf der Rekonstruktion von Phylogenien basierend auf Sequenzanalyen nukleärer, plastidärer und mitochondrialer Marker liegt. Daneben werden auch Fragestellungen auf innerartlicher Ebene (Artbildung, Radiationen auf Inseln) und Aspekte der Phylogeographie (Verteilung genetischer Muster in Zeit und Raum) behandelt. Neben den klassischen Techniken der Taxonomie und Systematik (histologische, karyologische, chemotaxonomische und morphologische Untersuchungen) kommen vorwiegend molekulare Techniken auf DNA-Basis (DNA-Sequenzierung, ISSRs, AFLPs, Mikrosatelliten) zum Einsatz.

Aktuelle Forschungsschwerpunkte

Zur Zeit werden Vertreter aus vier verschiedenen pflanzlichen Verwandtschaftskreisen behandelt:

  • die Gattung Ancistrocladus aus der paläotropischen Familie Ancistrocladaceae (DFG-Projekt)
     
  • Lamiaceae (Lippenblütler) unter besonderer Berücksichtigung der Unterfamilie Nepetoideae und der Gattung Teucrium
     
  • Arten der Gattung Scrophularia aus der Familie Scrophulariaceae (Rachenblütler)
     
  • sowie die Gattungen Genlisea und Utricularia (Lentibulariaceae), die unseren Forschungsschwerpunkt im Bereich der carnivoren Pflanzen erweitern.

Unsere Arbeitsgruppe ist ausserdem in ein Projekt zur Inkulturnahme, züchterischen Bearbeitung und Etablierung neuer Heilpflanzenarten der traditionellen chinesischen Medizin für die bayerische Landwirtschaft eingebunden.